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Die Wespenspinne (Argiope bruennichi) gehört zu den ca. 150 Arten von Zebraspinnen und ist der einzige Vertreter dieser Gattung in Mitteleuropa. Die Weibchen dieser Spinnenart sind sehr auffällig. Mit einer Körperlänge von ca. 18 mm und aufgrund ihrer kontrastreichen wespenähnlicher Zeichnung die auffälligste Radnetzspinne.
Die Jungspinnen sind hellbraun und erhalten erst im ausgewachsenen Stadium ihre prächtige Färbung, wobei die Männchen eine unscheinbar dunkelbraune Färbung erhalten. Nur an der Unterseite sind sie mit gelben Längsstreifen gezeichnet. Außerdem sind die Männchen von der Körperlänge der Weibchen gut zu unterscheiden. Sie erreichen nur eine Körperlänge von ca. 5 mm. Ebenso auffällig wie die wespenähnliche Zeichnung des Weibchens ist das Spinnennetz. Die Wespenspinne bevorzugt ein sonniges Gelände, in dem vor allem ausreichend Heuschrecken vorkommen (egal ob Trocken- oder Feuchtgebiet). Die Spinne ist ein wärmeliebendes Tier, was sich hauptsächlich von Heuschrecken ernährt.
Ihr ursprüngliches Zuhause ist im Mittelmeerraum. Von mehreren Beobachtungen und Meldungen von Funddaten ist eine Einwanderung der Wespenspinne in unsere Gegenden entlang der Flußtäler zu beobachten. Das charakterische Netz wird etwa 30 cm über dem Boden in niedrigen Pflanzen und Stauden angelegt, wobei die Nabe dicht mit weißer Seide übersponnen wird. Von der Mitte aus, führen senkrecht nach oben und unten zwei zickzackförmige weiße Seidenbänder (Stabilimente). Sie dienen aber nicht etwa der Stabilisierung, sondern zur Tarnung der Spinne, die kopfunter im Netz sitzt und keinen Schlupfwinkel anlegt wie die meisten anderen Spinnenarten.
Bei der Paarung ist das Weibchen eine brutale Gattin. Noch während des Aktes wird das Männchen vom Weibchen eingesponnen und später verspeist. Jedoch für die Nachkommen ist sie eine liebevolle Mutter. Kurze Zeit nach der Paarung spinnt das Weibchen ein bis fünf weiche Kokons, die aus mehreren hauchdünnen Seidenfäden bestehen.
Sie dienen als Schutz vor Räubern und vor Kälte, da die Jungspinnen im Kokon überwintern. In jeden Kokon legt die Wespenspinne 300 bis 400 Eier ab. Die Kokons mit den Eiern werden außerhalb des Netzes an Pflanzen und Stauden angeheftet wie ihr Netz. Erst im Frühjahr des Folgejahres schlüpfen die Jungspinnen. Durch ihr beachtliches Ausbreitpotential (Windverbreitung) kann man die Wespenspinne (Argiope bruennichi) auch bei uns auf den oberen Ruhrterassen antreffen. Den Erstnachweis der Wespenspinne habe ich im Sommer 1996 auf der Wiese AGON-Wiese "Höfen 1" gemacht (zwei weibliche Spinnentiere). Im Folgejahr 1997 habe ich schon elf weibliche Spinnentiere und zehn Kokons gefunden.
Das man auf eine wachsende Ansiedlung bzw. Ausbreitung der Wespenspinne auf unserer Wiese "Höfen 1" schließen kann, bestätigt mir der Fund von 1998 mit 117 weiblichen und 14 männlichen Spinnentieren. Auch auf der Streuobstwiese in Altlichtendorf habe ich im August 1998 22 weibliche Wespenspinnen beobachtet.
Markus Träger
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